
Der östliche Abschnitt der Marienstraße markiert den historischen Übergang von der Südstadt zu den ehemaligen Weideflächen der „Großen Bult“. Ursprünglich von den Gärten der Hannoverschen Gemüsebauern geprägt, wandelte sich das Areal in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer urbanen Verkehrsachse. Ein architektonischer Meilenstein war die Eröffnung der Hebammenlehranstalt (spätere Landesfrauenklinik) im Jahr 1860. Der von Architekt Adolf Funk entworfene Bau bildete gemeinsam mit dem westlich gelegenen Henriettenstift einen frühen medizinischen Schwerpunkt in Hannover. Trotz schwerer Schäden durch Luftangriffe im Jahr 1943 und dem durch den Wiederaufbau veränderten Straßenbild bleibt der Ort ein wichtiges Zeugnis für die Etablierung staatlicher Gesundheitsfürsorge in der expandierenden Residenzstadt.